Wie Wasser unsere Kreativität fördert

Der Forscher Martin Lindström verwendet den Begriff water moment als einen Weg, Kreativität zu fördern.

In unzähligen Interviews berichtet der Forscher und Autor, er habe all seine Bücher am Pool geschrieben. Schwimmend in Gedanken versunken, mit den Füßen plätschernd im kühlen Nass und eingetaucht bis unter das Kinn, kann Wasser unsere Muse beflügeln. In diesem Beitrag soll es einmal darum gehen, wie Wasser für uns alle eine Quelle der Kreativität sein kann – wenn wir uns mit allen Sinnen darauf einlassen.

Water moments zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass wir ungestört und fokussiert sind. Das kann wie in Lindströms Fall ein Pool sein, aber auch unter der Dusche, im Meer, … können wir solch einen water moment erleben. Im Kontakt mit Wasser zu sein, weckt intensiv unsere Sinne. Wir können gar nicht anders als zu fühlen, wie das Wasser uns umhüllt, die Temperatur wahrzunehmen, zu schauen, wie es sich an unserem Körper entlang windet und den salzigen Duft des Meeres tief einzuatment. … In diesen Momenten fällt es uns leicht, im Jetzt und Hier zu sein. Dieser Zustand erlaubt es uns widerum, Gedanken frei fließen zu lassen, uns zu reflektieren und uns mühelos von Ideen und inneren Bildern inspirieren zu lassen. Es entsteht eine kreative Zone.

Wasser ist immer in Bewegung.

Jeder von uns kennt das Bedürfnis einen Gedanken, ein Gefühl oder einen Moment unbedingt festhalten zu wollen – regelrecht zu konservieren – weil er uns so guttut. Im Kontakt mit Wasser können wir uns eher auf Veränderung und auf den Gedanken, dass alles immer in Bewegung ist, einlassen. Das Meer bleibt immer das Meer und doch ist es nie gleich. Dieses Bild hilft uns, selbst im Fluss zu bleiben. Wenn wir weniger verkrampft im Stillstand verharren, sind wir auch offener für neue Ideen und Perspektiven.

Es erfrischt unseren Geist, macht immer wieder Platz für Neues…Kreativität lebt vor allem davon, dass wir einen Gedanken oder eine Idee erst einmal unbewertet zulassen. Manchmal gibt es Geistesblitze, die einem direkt zur Lösung führen, und viel öfter gibt es eine Vielzahl von Bildern, Möglichkeiten…, die sich erst mit der Zeit zu einem „brauchbaren Ergebnis“ entwickeln müssen. Dieser Entwicklung müssen wir uns interessiert hingeben können ohne vorschnell einen Gedanken als unbrauchbar wegzuschieben.

Das Meer und der Horizont

Die Weite des Meeres oder die spiegelnde Wasseroberfläche eines Sees erweitern unseren Horizont. Zum kreativen Prozess gehört es ebenso Gedanken, Gefühle und Bilder zuzulassen, die wir als fremd und ungewohnt empfinden. Um sich spielerisch auf eine „neue Welt“ einlassen zu können, brauchen wir einen freien Geist. …

Laut dem Psychologen Willy Hellpach, der sich in seinem Buch Geopsyche mit der psychischen Wirkung der maritimen Umgebung auseinandersetzte, bringt uns vor allem das Meer in eine ganz besondere Verfassung. Zum einen hat das blau-grüne Lichtwellenspektrum des Meeres einen lustvoll-beruhigenden und entkrampfenden Effekt auf uns und zum anderen wiegt uns das rhythmische Geräusch der sich in der Brandung brechenden Wellen in eine Art hypnotischen Dämmerzustand. In dieser Verfassung kann unser rationales Denken mehr in den Hintergrund treten und wir sind empfänglicher für unbewusste, intuitiv produzierte Bilder und Gefühle.

Ohne Wasser können wir nicht denken.

Unser Körper besteht zu 75 % aus Wasser. Bei Säuglingen sogar 80 %. Wasser erzeugt in jeder Zelle elektrische und magnetische Energie. Insbesondere unsere Gehirnfunktionen sind auf Wasser angewiesen, denn unser Gehirn setzt sich zu 90 % aus Wasser zusammen. Da verwundert es nicht, dass ohne ausreichend Wasser unser Gehirn immer mehr auf Sparflamme geht – insbesondere unsere Konzentration ist dann schnell beeinträchtigt. Wie Lernen ist auch Kreativität ein konzentrierter Prozess, den wir also mit einem ausreichend mit Flüssigkeit versorgtem und frischen Geist besser durchführen können.

Wasser ist unsere Heimat.

Wasser ist unsere Geburtsstätte und das natürlichste Element für den Menschen. Nach Sauerstoff ist es das Element, das wir am meisten brauchen und dem wir am wenigsten misstrauen. Es erinnert uns an die Schwerelosigkeit im Mutterleib, an das Schaukeln eingehüllt in warmes Wasser, an das Gefühl von Geborgenheit, Balance und Harmonie. Wasser senkt Stresshormone und hat eine anti-depressive sowie schmerzlindernde Wirkung. Darüber hinaus fördert der Druck, der in unserem Körper entsteht, wenn wir uns im Wasser befinden, den Transport von wichtigen Nährstoffen über unsere Blut- und Lymphgefäße und zu den Organen.

Wasser als Symbol

Laut Carl-Gustav Jung kommen wir am Meer in Verbindung mit dem kollektiven Unbewussten. Wir fühlen uns geerdet und verbunden mit etwas Größerem. Unser Geist öffnet sich für neue Erkenntnisse und Einsichten über uns selbst und die Welt. Der Weitblick ermutigt uns nach „neuen Ufern“ Ausschau zu halten und offen zu sein für Möglichkeiten und Perspektiven. Tiefenspychologisch wird Wasser häufig als Symbol für das Unbewusste beschrieben und steht für die Tiefe unserer Gefühlswelt. Die Spiegelung der Wasseroberfläche kann uns darüber hinaus als Projektionsfläche für unser Innerstes dienen.

Zu guter letzt noch eine wichtige Anmerkung

Martin Lindström stellt für seinen water moment die Ungestörtheit als zentrale Voraussetzung dar: Das Handy bleibt dabei im Flugmodus oder am besten zu Hause.

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